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Zusammenhang zwischen Hippocampusvolumen und fronto-kortikaler Theta Aktivität

Hintergrund:

Aus verschiedenen humanen und tierexperimentellen Studien wird die Annahme gestützt, dass die EEG-Aktivität im Theta-Band über frontalen Gebieten mit Generatorprozessen im Hippocampus in Zusammenhang steht. Aufgrund dieser Befundlage wollten wir wissen, ob sich dieser Zusammenhang auch vor dem Hintergrund pathologischer Hippocampusveränderungen nachweisen lässt. Die Annahme bestand darin, dass mit vermehrtem Zellverlust im Hippocampus die hippocampale Regulation des kortikalen Thetarhythmus eingeschränkt wird. Die Hypothese lautete: Mit zunehmender Hippocampusatrophie steigt die fronto-kortikale Theta-Aktivität (theta power).

Untersucht wurden 39 Personen im Alter zwischen 75-85 Jahre. Die Probanden wurden nach dem Clinical Dementia Rating (CDR) diagnostisch gruppiert. 

17 Personen waren gesund, 12 Probanden wurden als mild cognitive impairment und 10 wurden als mild dementia klassifiziert. Es wurde die spektrale Theta-Leistung analysiert während einer 10 min Ruhephase bei geschlossenen Augen und die Hippocampusvolumen (re./li.) auf der Basis von 3D MRT-Aufnahmen bestimmt. 

Ergebnisse:

Die Prüfung der partiellen Korrelation zwischen der Theta-Power und dem Hippocampusvolumen (separat für rechts und links) ergab hochsignifikante Koeffizienten für die frontalen Elektroden (s. Tabelle). Der Zusammenhang zeigte sich besonders rechtsseitig. Demnach konnte eine deutliche Zunahme der Theta-Aktivität bei gleichzeitiger Abnahme des Hippocampusvolumens beobachtet werden. 

Veröffentlichung zum Thema:

Grunwald, M., Busse, F., Hensel, A., Kruggel, F., Riedel-Heller, S., Wolf, H., Arendt, T. & Gertz, H.J. (2001c). Correlation between cortical theta activity and hippocampal volumes in health, mild cognitive impairment, and mild dementia. Journal of Clinical Neurophysiology, 18, 178-184.