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Smart Textiles für ein selbstbestimmtes Leben im Alter (stela)

Im Projekt stela wird interdisziplinär in einem Team der Psychologie der MLU (Prof.in Gundula Hübner und Dr. Stephanie Margarete Müller) und dem Textildesign der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (Prof.in Bettina Göttke Krogmann, MA Julia Kortus und MA Anna Gronmeyer) und dem Haptiklabor der Universität Leipzig (Prof. Martin Grunwald und Jente Spille) geforscht. Die Entwicklung wurde mit dem Textilforschungsinstitut in Greiz und der Imbut GmbH realisiert und geprüft.

Die Förderung für dieses Projekt besteht aus Landesmitteln des Landes Sachsen-Anhalt und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Idee - emotionale Kommunikation

Ziel des Projektes stela ist es, eine textiles System zu entwickeln, das Autonomie im Alter fördert. Durch eine bessere Vernetzung mit Angehörigen und Freund*innen können Beziehungen besser gepflegt werden. Dies wiederum wirkt sich positiv auf das allgemeine Wohlbefinden der Senior+innen und eine gesunde Lebensführung aus. Letztendlich kann damit ein selbstständiges Leben in der eigenen Wohnung gefördert werden.

Das Anliegen des Forschungsprojektes ist es eine kommunikative textile Schnittstelle bis zur Prototypenreife zu entwickeln. Das entwickelte Stela Cape ist in Kombination mit einem Tablet und der seniorengerechten Stela App ein funktionsfähiges System, was Senioren*innen die im Alter zumeist fern von ihren Freund*innen oder Angehörigen leben näher mit ihren Liebsten zusammen bringen kann. Senior*innen werden über das Cape emotional angesprochen. Dies geschieht mittels taktilen Reizen, die via Smartphone von Freund*innen oder Verwandten an das Cape gesendet werden. Neben der emotional kommunikativen Komponente werden so auch taktile Reize stimuliert, die im Alltag der zumeist alleine lebenden Senioren*innen ebenfalls seltener werden.

Die haptischen Reize bestehen aus einer Kombination von angenehm empfundener Wärme und leichtem Druck durch Gewicht. Diese Kombination simuliert Reize, die bei zwischenmenschlichen Berührung entstehen und gibt das Gefühl von Nähe, das beispiels-

weise bei einer Umarmung oder wie ein schützender Arm empfunden werden kann.

Berührungen sind essentiell für das physische und emotionale Wohlbefinden. Soziale

Berührungen können Auswirkungen auf vielen Ebenen haben. Eine positive Beeinflussung der Herzfrequenz und ein dadurch entstehendes Wohlgefühl und Vertrauen beeinflussen die Lebensführung und haben Auswirkungen auf Kommunikation und Bindung zu anderen Menschen.

Erste Studien zeigen, dass auch medial vermittelte Berührungen positive Auswirkungen auf den genannten Ebenen haben können.

Unser Klientel sind Menschen im Altersbereich 70+, Alleinlebende mit oder ohne Familienanschluss, auch Paare, Senior*innen-WG, etc. die Schwierigkeiten mit technischen Geräten bekunden. Die Nutzerinnen und Nutzer sind weder dement noch extrem pflegebedürftig, sondern leben möglichst selbstständig im betreuten Wohnen oder in der eigenen Wohnung. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit der nonverbalen Kommunikation mittels haptischer Stimulation.

Die gesamte Projektlaufzeit von Stela ist begleitet von einer weltweiten Covid-Pandemie. Trotz allem ist es uns gelungen eine prototypen ähnliche textile Schnittstelle zu entwickeln, die mittels der seniorenfreundlichen App zur taktilen Kommunikation genutzt werden kann. 

Projektziele

Das Wesen dieses Forschungsprojektes wird durch folgende Spezifika charakterisiert:

• interdisziplinäre Kooperation von Wissenschaft (Universität, Kunsthochschule), Wirtschaft, Technik und Dienstleistungsunternehmen über die gesamte Projektlaufzeit von der Markt und Zielgruppenanalyse über die Entwicklung bis zu deren Programmierung und einer abschließenden Evaluation

• Entwicklung bei frühzeitiger Partizipation zukünftiger realer Nutzer

• Erprobung des Stela Systems in Feldtests und Durchführung einer Wissenschaftlichen Studie zur These

• Entwicklung eines Smart Textiles, welches in seiner Bedienbarkeit einem analogen Technikverständnis entspricht und die Bedarfe zu emotionalen Kommunikation erreichen kann