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Sexualität und haptische Wahrnehmung

Kurt Seikowski und Sabine Gollek

Der Zusammenhang zwischen haptischer Wahrnehmung und Sexualität erschliesst sich zunächst über das eigentliche Realisationsorgan dieser Wahrnehmungsform - die Haut. Die Haut jedoch selbst erfüllt unterschiedliche Funktionen, die mehr oder weniger mit unterschiedlichen Aspekten der haptischen Wahrnehmung im Zusammenhang stehen. Dies vergegenwärtigen zwei unterschiedliche Ansätze zu den Funktionen der Haut, die eine Reihe von Ähnlichkeiten aufweisen (Tab. 1). 

Hinsichtlich unserer Fragestellung scheinen folgende Funktionen der Haut für den Zusammenhang von haptischer Wahrnehmung und Sexualität von Bedeutung zu sein: Die Haut als Grenz- bzw. Kontaktorgan zur Umwelt bzw. als Reizschutz sorgt dafür, dass der Körper vor den Einflüssen der Umwelt wie z.B. auch Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen geschützt wird. Bei sexuellen Kontakten wird in der Regel eine kalte oder schweissnasse Hand eines anderen auf der eigenen Haut als eher lustmindernd und abwehrend empfunden. Ein warmer und im Feuchtigkeitsniveau nicht behindernder Körperkontakt öffnet den Körper jedoch für sexuelle Reize. 

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